Zweimal Silber an der Studenten WM

WUOC Podest
Silbermedaille in der Langdistanz! Oh yeah!

Was ich nur zu Träumen wagte ist Wirklichkeit geworden. Ich kehre mit zwei Medaillen von der Studenten WM nach Hause. Und so ist es zustande gekommen:

Vorbereitung

Mit dem Beginn der Studenten WM hatte ich auch gleich noch einen Jahrestag, bei dem mir jedoch nicht nach feiern war. Seit einem Jahr bin ich ununterbrochen in physiotherapeutischer Behandlung. Zuerst wegen meinem Schlüsselbeinbruch und dann direkt im Anschluss die langweilige Verletzung am linken Fuss. Dies widerspiegelt meine grossen gesundheitlichen Probleme in der Saisonvorbereitung. Doch in den letzten beiden Monaten konnte ich meine Lauftrainingsstunden deutlich steigern, sodass ich genug Zeit hatte, um rechtzeitig zu meinem Saisonhöhepunkt in Form zu sein. Zudem konnte ich mich mit einem zweiwöchigen Aufenthalt im Engadin ideal auf meine Einsätze im ungarischen Miskolc vorbereiten. In dieser Zeit nahm ich auch an der Swiss-O-Week teil, wo ich die etwas unpopuläre Entscheidung getroffen habe, das volle Programm (7 Wettkämpfe in 8 Tagen) zu absolvieren. Dadurch konnte ich die etwas fehlende Wettkampfpraxis vom Frühjahr nachholen und durch meine guten Leistungen viel Selbstvertrauen tanken. Ich war also ready für meine Einsätze in der Langdistanz, Mitteldistanz und der Staffel.

Rakete in den Beinen am Nationalfeiertag

Am 1. August war es dann soweit. Ich nahm die 13.8km lange und mit 655 Höhenmeter gespickte Bahn in Angriff. Das Terrain war weitgehend gut belaufbar und so konnte man ständig aufs Tempo drücken. Die technischen Schwierigkeiten lagen vor allem in den Routenwahlproblemen die es zu lösen galt. Ich hatte stets alles unter Kontrolle und spürte, dass meine Beine frisch sind. So konnte ich stets aufs Tempo drücken. Einzig zu Posten 10 bin ich im Hang etwas zu tief abgedriftet und musste mich durch die grüne Vegetation kämpfen. Gegen Ende der Bahn spürte man die vielen Höhenmetern in den Beinen und man musste sich nochmals voll ans Limit pushen. Ich lief zufrieden als Zweiter ins Ziel ein und musste mich fortan in Geduld üben. Denn es fehlten noch rund etwa 70 Läufer, bevor das Schlussklassement fest stand. Die Warterei zerrte an meinen Nerven und so versuchte ich mich immer wieder mit etwas zu beschäftigen. Der Moment an dem der Gewinn der Silbermedaille sicher war wird noch lange in meiner Erinnerung bleiben. Nach all den schwierigen Monaten war es eine unglaubliche Genugtuung.

 

Grafik
Verlauf des Rennens
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Karte Langdistanz

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Und weils so schön war…

Zwei Tage nach der Langdistanz lief ich auch das Rennen über die Mitteldistanz. Die vielen Posten im Grün verlangten eine sehr präzise Navigation. An diesem Tag konnte ich da nicht mit den Besten mithalten. Zu viele kleine Unsicherheiten sorgten dafür, dass ich mich auf dem soliden 14. Rang klassieren konnte. Für ganz nach vorne hätte es an diesem Tag wohl auch nicht mit einem perfekten Lauf gereicht.

Rangliste | GPS-Tracking

Für die Staffel rechneten wir uns nochmals gute Chancen auf eine Medaille aus. Im Team Schweiz 1 durfte ich die zweite Strecke laufen. Nach einer sehr guten Leistung von Chrigi Meier (mit ihm gewann ich dieses Jahr bereits die Schweizermeisterschaft im Staffel-OL) konnte ich an 6. Position einige Sekunden hinter der Spitze in den Wald stechen. Der Beginn war sehr hektisch und das Tempo enorm hoch. Die vielen Gabelungsvarianten sorgten dafür, dass ich nach der Hälfte alleine unterwegs war und etwas ungewiss über meine Position im Rennen war. Beim Überlauf hörte ich, dass ich auf dem Bronzeplatz liege und ich nahm die Schlussschlaufe in Angriff. Ein ärgerlicher Fehler im Grün vergrösserte den Abstand auf die Spitze noch einmal und ich schickte Florian Schneider an dritter Position auf die letzte Strecke. Beim Überlauf tauchte der Schwede alleine an der Spitze auf. Danach folgten der Finne, Florian und der Tscheche innerhalb von 20 Sekunden und dadurch wurden meine Nerven erneut ziemlich strapaziert. Beim gleichen Posten im Grün, wo ich schon Probleme bekundete, hatten auch diese Drei eine kurze Suchaktion. In der Manier eines Routiniers reagierte Florian am Schnellsten und lief danach den beiden Anderen davon und sicherte uns die Silbermedaille. Geil!

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Medaillenzeremonie nach der Staffel

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Zusammenfassung

Drei Einsätze, zwei Silbermedaillen. Da wurden meine Erwartungen bei weitem übertroffen und ich geniesse diesen Moment noch ein Weilchen. Und wie man so schön sagt: Bilder sagen mehr als 1000 Worte:

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Das Schweizer Männerteam machte schon im Training vor den Wettkämpfen einen guten Eindruck…
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Nach einer harten Langdistanz schmecken die Wassermelonen am Besten
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Flower Ceremony nach der Langdistanz
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Kämpfen in der Staffel
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Grosse Freude über die gemeinsame Silbermedaille

 

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